Unser Bienenjahr -

Imkern im Einklang mit der Natur

ungarischer Akazienhonig

Das Bienenjahr beginnt in Ungarn zeitlich verschieden ca. Anfang März mit den ersten Blüten. Das sind bei uns vor allen Dingen Taubnesseln, welche den Boden der Wälder in der unmittelbaren Umgebung der Bienen rot färbt.

Bald danach oder auch gleichzeitig folgen Obstbäume und etwas später Raps. Die Völker sind dann bis Anfang Mai so stark, daß wir Sorge dafür tragen müssen, daß sie vor Beginn der Robinentracht (in Ungarn "Akazientracht") nicht schon ins Schwärmen kommen. In dieser Zeit ernten wir je Volk und Tag ca. 0,2 kg Blütenpollen. Den Taunesselhonig schleudern wir gesondert oder spätestens zusammen mit den anderen Frühblühern zusammen ab.

Mit Beginn der Akazienblüte, die fast immer in den Zeitraum zwischen 10. und 25. Mai fällt, stellen wir die Pollenfallen auf Durchgang, sammeln also keinen Blütenpollen mehr. Gute Volker sammeln in den maximal 2 Wochen Akazienblüte bis zu 7 kg guten Akazienhonig am Tag. So schleudern wir in dieser Zeit ca. jeden dritten Tag. Durchschnittlich sammelt ein Volk 38 kg Akazienhonig (2009), Spitzenvöler erreichen bis zu 70 kg oder auch mehr in den knapp 2 Wochen. Für viele Imker ist in Ungarn damit das Jahr auch schon gelaufen, Akazienhonig stellt in Ungarn einfach die Haupttracht dar und jeder Imker versucht natürlich seine Völker zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt zu haben.

Wenn bei uns im Süden die Robinenblüte vorbei ist, besteht die Möglichkeit nach Nordungarn zu einer zweiten Tracht zu wandern. Wirtschaftlich ist das sicherlich sinnvoll. Es stellt sich einfach die Frage, ob man den Bienen diesen Streß antun möchte.

Nach Ende der Akazienblüte (oder leider auch schon oft vorher und während) kommen die Völker ins schwärmen. Wir fangen die Schwärme ein und bilden Kunstschwärme. Recht bald nach Ende der Robinientracht folgt die Linde, danach die Sonnenblume und danach die Goldrute. Die Trachten gehen bei uns fast immer ineinander über. So ist es so gut wie nie notwendig, unsere Bienen zwischendurch zu füttern. Wir produzieren also sehr reinen Honig ohne Zucker.

Wir versuchen die Schwarmlust der Völker möglichst wenig zu beeinflussen, sind er Meinung, daß man ein Bienenvolt schwärmen lassen soll, wenn es Lust dazu hat. Man sollte die Bienen möglichst natürlich leben lassen. Obwohl wir relativ wenig in unsere Völker eingreifen, erzielten wir in den letzten Jahren immer überdurchschnittliche Erträge und wahrscheinlich ist unser Honig auch reiner als der vieler anderer Imkereien auch Öko - Imkereien. Wert auf die Bezeichnung "Öko - Imkerei" legen wir nicht.

Je nach Ergebnis schleudern wir nach jeder Tracht ab. Vor allen Dingen die Linde ergibt noch gute Ergebnisse. Den unter der Goldrute eingebrachten Honig lassen wir den Völkern im Allgemeinen als Reserve für den Winter. Anfang September sehen wir die Völker noch einmal druch, füttern sie auf die erforderlichen Wintervorräte auf, Bekämpfen die Varoamilbe und lassen sie dann bis zum nächsten Frühling ruhen.

Einen Stock machen wir grundsätzlich nur dann auf, wenn es äußerlich Grund zur Beunruhigung gibt. Ansonsten lassen wir unsere Bienen in Ruhe, vor allen Dingen natürlich im Winter.